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17.06.2008

Lesezeit: etwa 2 Minuten

Vor 55 Jahren begann der Arbeiteraufstand gegen die SED-Herrschaft

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Bericht
Verantwortliche Erben an der Niederschlagung des Volksaufstandes haben sich als "Die Linke" wieder breitgemacht

Während heute "politisch korrekte" Mahnmale aus der Erde sprießen, die an alles und jeden erinnern sollen, wird eine Aufarbeitung der jüngsten Geschichte kaum forciert. Dies verwundert auch wenig in einem Land, wo ehemalige Politoffiziere Innenminister wurden, ein Mitglied der DDR-Blockpartei CDU Ministerpräsident wird oder ein hochrangiger DDR-Polizeioffizier nun Polizeipräsident ist.

Einmal im Jahr kommen sie, die "Größen" aus Politik und Gesellschaft und erinnern an den Volksaufstand vom 17. Juni 1953. Damals gingen die Menschen in der sowjetischen Besatzungszone auf die Straße und demonstrierten gegen die Normerhöhung, gegen die menschenunwürdigen Zustände im real existierenden Sozialismus. Der Ablauf ist bekannt: Tausende Menschen wurden durch die "Diktatur des Proletariats" und ihrer Helfershelfer aus den DDR-Blockparteien - die später in der CDU, SPD, FDP und B90/Die Grünen aufgingen - verhaftet, erschossen, gequält. Von Verantwortung wollen die Nachfolger heute nichts mehr wissen und so verwundert es auch nicht, daß die "Größen" lediglich einmal im Jahr ganz schüchtern auf die Ereignisse sowie die Ursachen eingehen.

Neben der Normenerhöhung waren es vor allem die Lebensumstände, die zu heute Parallelen aufweisen. Preiserhöhungen bei Erzeugnissen des Grundbedarfs waren es genauso, wie gesunkene Löhne bei höheren Arbeitsnormen. Heute, 55 Jahre später, sind es Hartz IV, teils über 20 bis 80 Prozent gestiegene Preise auf Grundnahrungsmittel und Heizenergie, Arbeitszeitverlängerung bei gleichem Lohn - also Verringerung der Stundenentlohnung - und grassierende Massenarmut.

Andreas Storr, sächsischer NPD-Pressesprecher sagte zum heutigen Gedenken: "Es ist ein Irrglaube, daß die Erben der SED-Diktatur, zu der bekanntlich auch die Blockparteien gehörten, aufrichtig ihre Verantwortung aufarbeiten, ganz im Gegenteil, sie gehen gar noch weiter. So wurde die deutsche Gesellschaft in eine Massenarmut gestürzt, die ähnliche Züge wie 1953 besitzt. Mit der Umsetzung von Hartz IV sind die Löhne - vor allem bei Neueinstellungen - massiv gesunken. Hunderttausende gehen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach und sind trotzdem auf ergänzende Leistungen angewiesen. Dem nicht genug, planen die Verantwortlichen schon die Ansiedlung weiterer Lohndrücker, offiziell unter der Scheinheiligkeit, der demographischen Katastrophe etwas entgegensetzen zu wollen. Gleichzeitig geben sie aber Millionen Euro aus, um den Fortzug der eigenen Bevölkerung zu forcieren. Die NPD Görlitz / Niederschlesien - Oberlausitz wird am heutigen Tag bei verschiedenen Veranstaltungen den Arbeitern des 17. Juni gedenken. Uns geht es jedoch weniger um die Verurteilung einzelner Personen, so wie es die heutigen politischen Verantwortlichen tun, es ist das menschenverachtende System des Sozialabbaus - damals wie heute - das wir anprangern."
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