08.02.2010

Aufsichtbehörde läßt „Leerverkäufe“ wieder zu – Der Irrsinn geht weiter!


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Wohin fällt die Kugel – auf rot oder auf schwarz? Steigen die Kurse oder fallen sie? Faites vos jeux! Seit Anfang des Monats darf mit dem Segen der BAFin, der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, wieder nach Herzenslust gezockt werden. Das für elf deutsche Bank- und Versicherungswerte zeitweise verbotene hochspekulative Instrument der „Leerverkäufe“ ist nun wieder zugelassen.

Nachdem das Volk multimilliardenfach für die Gier und den Dilettantismus des internationalen Bank- und Börsen-Casinos bluten mußte, gibt Deutschlands oberste Aufsichtsbehörde nun ein hoffnungsfrohes Zeichen: Hossa, die Krise ist vorbei, auf geht’s in eine neue Runde. Und wenn es schief geht, wißt ihr ja, wer zahlt.



Leerverkäufe sind nichts anderes als „Wetten“, Wetten auf fallende Kurse. Spekulanten leihen sich gegen eine Gebühr von einer Bank oder einer Fondsgesellschaft Aktien des Unternehmens aus, bei dem sie einen Kursrückgang erwarten. Die geliehenen Aktien – Sie lesen richtig – verkaufen sie dann. Sinken die Kurse wie erwartet, werden die Papiere zurrückgekauft, dem Eigentümer wiedergegeben, und der Wettkönig streicht die Differenz zwischen Verkaufs- und Einkaufspreis ein. Eine feine Sache, so die Befürworter dieses fragwürdigen „Finanzinstruments“, denn so ließen sich überbewertete Aktien wieder auf einen realistischen Kurs zurückstutzen. Kein Wort darüber, daß die gewünschte Kursentwicklung auch künstlich manipuliert werden kann.

Die Aufhebung des Verbots betrifft auch „ungedeckte“ Leerverkäufe. Bei solchen „nackten Leerverkäufen dagegen deckt sich der Spekulant nicht mit Aktien ein, sondern verkauft Aktien am Markt, ohne sie sich ausgeliehen zu haben“, erklärt die FAZ. Etwas verkaufen, das man gar nicht besitzt, gilt unter normalen Umständen als Betrug. In der Finanzwelt ticken die Uhren offenbar anders. Kein Wunder, daß das Vorgehen der BAFin auf teils harsche Kritik stieß. Und selbst dem letzten hartnäckig Gutgläubigen dürfte nun klar sein, was von den vollmundigen Politiker-Bekenntnissen, man habe aus der Krise gelernt, tatsächlich zu halten ist. Versprechungen, leere Versprechungen.

Quelle: www.deutsche-stimme.de
 




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