Helm ab zum Gebet. Die Isländer werden in der nächsten Zeit Thing halten und beschließen, was sie mit den unersättlichen „Bankstern“ und ihren verräterischen Politikern zu tun gedenken. Am Sonnabend fand die erste Volksabstimmung seit der Unabhängigkeit Islands im Jahre 1944 statt. Anders als in Deutschland nehmen die Nachfahren der Wikinger ihr Recht selbst in die Hand. Die Wut und Empörung über die von der internationalen Bankenwelt gekauften einheimischen Politiker war in einem Maße gewachsen, daß Staatspräsident Olafur Ragnar Grimsson ein Gesetz kippte, mit dem die Regierung jedem Bürger der Insel einen Schuldenberg von etwa 12.000 Euro aufbürden wollte. Island Staatspräsident nahm als einziger die Proteste der Bürger ernst und setzte eine Volksabstimmung zu dem sogenannten Icesave-Gesetz an. Mit diesem Gesetz sollten Milliardenentschädigungen an Großbritannien und die Niederlande wegen der Pleite isländischer Privatbanken vom Steuerzahler geleistet werden.
Staatspräsident Grimsson, der international wie auch von der einheimischen Politiker-Kaste für diese Entscheidung heftig attackiert worden war, rief noch am Sonnabend seine Landsleuten zu einer klaren Entscheidung auf: “Ich bin zu der Überzeugung gelangt, dass Sie sich bei der Wahl zwischen der Demokratie und den Finanzmärkten für die Demokratie entscheiden müssen”, sagte Grimsson in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP. In den vergangenen Jahrzehnten hätten die Finanzmärkte die Vorherrschaft gehabt, und die Demokratie sei demgegenüber ins Hintertreffen geraten.
Diese unmißverständlichen Worte widerspiegeln die Sicht des isländischen Volkes, wie das Referendum in nicht erwarteter Deutlichkeit zeigte. Nach Auszählung von 98 Prozent der Stimmen billigte bei dem Referendum am Samstag nur 1,8 Prozent der Teilnehmer das von der Regierung beschlossene „Entschädigungsgesetz“. 93,5 Prozent lehnten es dagegen ab. Von den rund 230.000 stimmberechtigten Isländern beteiligten sich gut 62 Prozent trotz extremer Witterungsbedingung vor allem im nördlichen Teil der Insel. Mehr Ablehnung kann eine Regierung von seinem Volk nicht erfahren!
Wie tief, ja unüberwindbar die Kluft zwischen den Politikern und dem Volk in Island inzwischen geworden ist, verdeutlicht indessen die Haltung der sozialdemokratischen Ministerpräsidentin Johanna Sigurdardottir, die wie ihr „grüner“ Finanzminister Steingrimur Sigfusson die Teilnahme am Referendum ablehnte. Beide stuften es ausdrücklich als sinnlos ein. In den Augen vieler Isländer ist dies ein weiterer Beweis, daß die Sozialdemokratin wie auch der heutige Finanzminister Steingrímur Sigfússon von den Linksgrünen die Interessen der Geldmächte und nicht die des gebeutelten Volkes vertreten. So betonten denn beide Koalitionspartner, das Ergebnis der Volksabstimmung habe keine Auswirkungen auf die Regierungszusammenarbeit. Sozialdemokraten-Chefin Sigurdardottir hatte bereits am Freitag klargestellt, die Regierung werde im Fall eines Neins beim Referendum keinesfalls zurücktreten.
Allerdings wird das Volk angesichts dieser Ignoranz und Selbstherrlichkeit immer wütender. Viele Menschen haben durch die Finanzkrise, die das Land an den Rand des totalen Bankrotts führte, Hab und Gut verloren. Dabei hatte die Koalition aus Sozialdemokraten und Linksgrünen die Macht vor einem Jahr gerade deshalb übernommen, um mit den alten Verhältnissen aufzuräumen. Bisher regierten die Nationalkonservativen - eine Partei, die viele Isländern als Sinnbild für Vetternwirtschaft, Gier und damit als Nährboden der isländischen Misere betrachteten.
Wütend sind die Bürger vor allem deshalb auf ihre Politiker, weil diese erst – wie bei uns in Deutschland - das hemmungslose Treiben der Plutokraten aus den USA, London und Brüssel absegneten und nun den Steuerzahler zur Kasse rufen. Doch im Gegensatz zu Deutschland kocht die isländische Volksseele, wächst der Widerstand.
In dieser für unser nordisches Brudervolk zutiefst bedrückenden Situation sollte deren kraftvoller Kampf um Recht und Selbstbestimmung, für ein freies Island die Unterstützung des deutschen Volkes finden. Lassen wir uns aber auch anstecken von dem Mut und der wilden Entschlossenheit der Wikinger-Nachfahren und leisten hier unseren Beitrag, um den Abzockern von Schäuble bis Bernanke, von Ackermann bis Goldman Sachs, von Gordon Brown bis Angela Merkel das Handwerk zu legen.
Dr. Kersten Radzimanowski
Quelle: www.npd.de
09.03.2010
Was wir von Island lernen können
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