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02.02.2010

Lesezeit: etwa 4 Minuten

Mißtraut der Lassaner Bürgermeister der eigenen Jugend?

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Einen wahren Akt von jugendpolitischem „Harakiri“ leistet sich momentan der Bürgermeister der pommerschen Stadt Lassan, Fred Gransow (CDU). Entgegen den Wünschen und Vorstellungen vieler Jugendlicher, versucht der Bürgermeister, einen örtlichen Jugendklub in Trägerschaft des Deutschen Caritasverbandes e.V. zubekommen. Obwohl der Vorschlag junger Lassaner besteht, einen Jugendtreffpunkt in Eigenregie aufzubauen.



Hintergrund

Der Stadt Lassan fehlt seit geraumer Zeit ein Anlaufpunkt für Jugendliche. Diese ergriffen bereits im Laufe des letzten Jahres, ihrerseits die Initiative und baten den Bürgermeister, wie zuvor bereits seinem Vorgänger, in mehreren Gesprächen und Anfragen um Unterstützung beim Wiederaufbau eines privaten Jugendtreffs in den städtischen Anlagen.

Jugend muß durch Jugend geleitet werden!

Da die Unterstützung privater Maßnahmen seitens der Stadt nicht möglich ist, brachte der Stadtvertreter Hilse in einem gemeinsamen Treffen, am 28.12.2009 im Lassaner Rathaus, die Idee ein, den Jugendlichen in Selbstverwaltung das alte, seit mittlerweile vier Jahren leerstehende Jugendklubgebäude zur Verfügung zu stellen. Der Bürgermeister zeigte sich zunächst gegenüber der Idee äußerst aufgeschlossen; auch die anwesenden 19 Jugendlichen waren begeistert.

Der Bürgermeister wollte sich weitestgehend aus dem Projekt heraushalten. Schließlich sollen die Jugendlichen lernen, Verantwortung zu übernehmen, indem sie sich selbst verwalten. Einzige Bedingungen: Jederzeit könne das Jugendhaus vom Bürgermeister und von allen Stadtvertretern aufgesucht werden und drei Jugendliche sollten als feste Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Plötzlicher Sinneswandel beim Bürgermeister

Nachdem sogar eine Begehung des Gebäudes stattgefunden hatte, die Jugendlichen sich bereits um die Rahmenbedingungen kümmerten, konfrontierte Gransow die jungen Leute am 08.01.2010 plötzlich mit der Forderung, die Jugendlichen sollen zuerst einen eigenen Verein gründen oder sich einen Trägerverein suchen, da sonst das in Frage kommende Gebäude nicht so einfach genutzt werden könne.

Überrascht fragten die Jugendlichen nach den Gründen des plötzlichen Sinneswandels. Lapidar hieß es seitens des Bürgermeisters, daß von Anfang an nur ein Verein als Träger, als Bedingung angedacht gewesen sei. Anderweitige Aussagen habe er nie getätigt.

Der Bürgermeister erwähnte außerdem, einen Hinweis vom Landkreis Ostvorpommern bekommen zu haben. So bestünde die Möglichkeit über die Förderinitiative „Stärken vor Ort“ Finanzmittel zu bekommen, wenn der Sozialverband Caritas e.V. als Trägerverein fungieren würde. Darüber hinaus halte er den Vorschlag der Caritas für sinnvoll, einen „Streetworker“ einzusetzen.

Die Jugendlichen protestierten und die Aufbruchstimmung war dahin. Gransow lenkte ein und versprach, daß die Jugendlichen, nach einem Gespräch mit einem Vertreter der Caritas, selbst entscheiden können, ob der eigene Verein oder der Sozialverband die Trägerschaft übernehmen soll.

Eigenmächtig statt gemeinsam

Beim vierten Treffen, am 18.01.2010, sollte nun ein Vertreter der Caritas den Jugendlichen das Konzept vorstellen. Wenig begeistert zeigten sich die Jugendlichen von der Anwesenheit weiterer Personen, die unangekündigt zum Gespräch erschienen. Denn neben dem Caritas-Vertreter waren auch eine Verwaltungsangestellte des Landkreises Ostvorpommern und eine „Abgesandte“ des Vereins „Demokratisches Ostvorpommern – Verein für politische Kultur“ namens Tina Rath, erschienen.

Nach einer kurzen Debatte lehnten die Jugendlichen den Vorschlag, die Caritas als Trägerverein einzusetzen ab und erklärten ausdrücklich, lieber ihren eigenen Verein gründen zu wollen, da Sie in der Vergangenheit, bereits mehrfach erlebten, wie fremdverwaltete Projekte scheiterten.

Bürgermeister entscheidet gegen den Willen der Jugend

Wenige Tage nach der Besprechung konnte Christian Hilse von Jugendlichen erfahren, daß der Bürgermeister das Gebäude in jedem Fall der Caritas überlassen werde, gegen den Willen und die Entscheidung der Jugendlichen.

Zu dieser neuerlichen Kehrtwende des Bürgermeisters sagte der NPD-Stadtvertreter Christian Hilse:

„Wenn es stimmt, was der Bürgermeister geäußert haben soll, nämlich daß sich schon Jugendliche finden würden, die den Klub besuchen, empfehle ich ganz dringend das Gespräch mit den jungen Leuten zu suchen. Dieses Wunschdenken entspricht nach meinen ersten Gesprächen mit vielen jungen Lassanern nicht der tatsächlichen Stimmung unter den Jugendlichen. Die beteiligten Jugendlichen wollen auf jeden Fall weiter an einem eigenständigen Jugendtreff arbeiten.

Warum der Bürgermeister so wenig Vertrauen in die Jugend hat, ist mir unverständlich. Es liegt die Vermutung nahe, daß dieses Projekt aufgrund meiner Unterstützung politisiert wird. Ich werde das Projekt jedoch weiterhin als unpolitisch betrachten- jeder Jugendliche aus der Stadt wurde und wird zur Mitarbeit an dem Projekt eingeladen, dies versicherten mir die beteiligten Jugendlichen, die sich weiterhin für einen Jugendtreff ohne fremde Trägerschaft stark machen wollen. Meine Unterstützung, die sich die Jugendlichen ausdrücklich wünschen, werden sie auch weiterhin erhalten.“

Quelle: www.npd-mv.de
 

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