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05.05.2008

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Islam-Experte warnt vor Moschee-Bau

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Bericht
Der geplante Bau einer Großmoschee in Köln spaltet die christlichen Konfessionen. Während der Evangelische Kirchenverband Köln und Region uneingeschränkt den Bau befürwortet (ebenso wie die etablierten Rathaus-Parteien), wächst der Widerstand in der katholischen Kirche. So erklärte Erzbischof Joachim Kardinal Meisner, er habe zwar keine Angst, aber ein "ungutes Gefühl". Es sei "gleichsam von der Historie her doch ein Erschrecken, daß ein Kulturbruch in unserer deutschen, europäischen Kultur durch die Einwanderung der Muslime passiert ist". Meisner fordert Wachsamkeit, daß die dem Islam überlassenen Gebiete in Deutschland "nicht Territorien werden, auf denen sich die Scharia immer mehr entfaltet, was vom muslimischen Glaubensansatz ganz legitim ist".

Ähnlich deutliche Worte sind leider im Hinblick auf die geplante Großmoschee im Frankfurter Stadtteil Hausen von hiesigen Kirchenfürsten nicht zu vernehmen. Es blieb allein der russisch-orthodoxen Gemeinde vorbehalten, die direkt gegenüber dem für die Großmoschee vorgesehenen Areal seit Jahrzehnten ein kleines Gotteshaus unterhält, sich gegen die Moscheebaupläne der türkisch-pakistanischen Gemeinde "Hazrat-Fatima" auszusprechen und damit gegen die christliche Selbstverleugnung Position zu beziehen. Parteipolitisch sind es hier vor allem die hessischen Nationaldemokraten und ihnen voran der Frankfurter NPD-Stadtverordnete Jörg Krebs, welche entschieden gegen den Bau einer weiteren Großmoschee in Frankfurt-Hausen eintreten, sich aber auch gegen Moscheeneubauten etwa in Wiesbaden-Gräselberg und Nidda (Wetteraukreis) wenden.

In Köln plant die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB) eine Moschee mit zwei 55 Meter hohen Minaretten und einer etwa 34 Meter hohen Kuppel. Angesichts dessen, daß diese islamische Gruppe die Großmoschee bauen will, stellt sich für Meisner die Frage, warum DITIB nicht auch zugunsten der Christen in der Türkei eintrete, denen der Bau selbst kleiner Kirchen verboten werde. Das Schweigen der DITIB sei möglicherweise ein Grund für die Ablehnung der Moschee in der Kölner Bevölkerung. Nach einer Umfrage im Auftrag des "Kölner Stadt-Anzeigers" sind gut 58 Prozent der Kölner gegen den Moschee-Neubau in der geplanten Größe. 31 Prozent lehnen das Vorhaben generell ab, obwohl die örtlichen Medien massiv zugunsten der geplanten Moschee eintreten, genau so wie im Fall der Moschee in Frankfurt-Hausen.

Gegen den Bau von Großmoscheen in Deutschland spricht sich der evangelische Islam-Experte Pfarrer Eberhard Troeger (Wiehl) aus. Seine Argumente im Wortlaut:

"1. Die Religionsausübung in dafür geeigneten Gebäuden gehört zur Religionsfreiheit. Diese ist aber kein Freibrief für eine ungehemmte öffentliche Demonstration religiöser Ansprüche, da dadurch die Freiheit anderer Bürger berührt wird. Als politische Religion tendiert der Islam generell dazu, seinen Überlegenheitsanspruch öffentlich darzustellen. Insofern ist die in Köln geplante Großmoschee eine Provokation für Gesellschaft und Staat.

2. Der Bau einer Großmoschee kann nicht damit begründet werden, daß es in Köln auch große Kirchen gibt. Die Gleichberechtigung von Religionsgemeinschaften darf nicht heißen, daß eine in über tausend Jahren gewachsene christliche Kultur von Zuwanderern, die gerade einmal 40 Jahre in einer Stadt leben und von denen die meisten noch Ausländer sind, auf eine Ebene gestellt wird. Derartige Forderungen verschärfen die Gegensätze zwischen alteingesessener Bevölkerung und muslimischen Migranten. Sie vergrößern die gesellschaftliche Distanz und verhindern damit die Integration. Der Bau von Großmoscheen fördert die Verfestigung der muslimischen Parallelgesellschaft.

3. Der Träger des Kölner Projekts, DITIB, ist eine Organisation des türkischen Staates. Insofern ist jede DITIB-Moschee eine türkischen Enklave auf deutschem Boden. Das widerspricht der in Deutschland geltenden Trennung von Religion und Staat. Vor der Genhmigung neuer DITIB-Moscheen müßte sich dieser Verband völlig vom türkischen Staat lösen.

4. Der türkische Staat als Träger von DITIB verweigert bis jetzt in der Türkei die Anerkennung von kleinsten gottesdienstlichen Räumen für neue christliche Gemeinden. Solches Messen mit zweierlei Maß ist nicht hinnehmbar. Angesichts der engen Beziehung zwischen der Türkei (die in die EU strebt) und Deutschland (das einer erheblichen türkischen Volksgruppe Aufnahme gewährt hat) kann der deutsche Staat auf Gegenseitigkeit bestehen und die Religionsfreiheit einfordern.

5. Der Umgang mit dem Islam als einer politischen Religion ist in erster Linie eine Angelegenheit des Staates. Christen können aber nicht übersehen, daß in Moscheen Korantexte rezitiert werden, in denen sie als Ungläubige verflucht werden. Bei aller notwendigen Toleranz - Christen verleugnen ihren Glauben, wenn sie sich für den Bau von Großmoscheen einsetzen."
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