28.12.2008
Lesezeit: etwa 1 Minute
Gießen: „Razzia gegen Rechts“ wurde zum peinlichen Rohrkrepierer
»
Zur Hauptseite wechselnHat die hessische Polizei nichts Besseres zu tun?
In den Zeiten einer neuerlichen Treibjagd auf volkstreu gesinnte Bürgerinnen und Bürger greift die Staatsmacht jeden noch so dürftigen Hinweis auf „rechte Umtriebe“ gierig auf. Dies führt zuweilen zu recht peinlichen Mißerfolgen. So geschehen in Gießen, als in der Nacht zum heutigen Sonntag 140 (!) Polizisten eine Diskothek stürmten, in der eine sogenannte „Onkelz-Party“ stattfand. Die Beamten waren offiziell auf der Suche nach „rechtsradikalem Material und Symbolen“, fanden allerdings weder die neue NPD-Wahlkampfzeitung, noch sonst irgendwelche suspekten Druckerzeugnisse oder Symbole der nationalen Opposition. Auch der Attentäter von Passau war wohl nicht unter den 150 Gästen, die in der Gießener Diskothek feierten. Bilanz des nächtlichen Abenteuers: Ein sicher gestellter Teleskop-Schlagstock und eine geringe Menge Rauschgift, die niemandem zugeordnet werden konnten. Zwei vorübergehende Festnahmen wegen Rauschgiftdelikten und fünf durchsuchte Fahrzeuge. Politisch motivierte Straftaten stellten die Ermittler nach eigenen Angaben während des gesamten Einsatzes nicht fest. Peinlich, peinlich, peinlich; eine entsprechend massive Razzia im Frankfurter Drogenmilieu hätte sicherlich mehr zur Verbesserung der Sicherheitslage in unserem Lande beigetragen.
Jörg Krebs
Bericht