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09.01.2009

Lesezeit: etwa 2 Minuten

Messerattacke auf Alois Mannichl eine Beziehungstat?

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Offenbar Ungereimtheiten in den Angaben des Polizisten

Der Fall des niedergestochenen Passauer Polizei-Präsidenten Alois Mannichl könnte für die gleichgeschaltete Medienlandschaft der Bundesrepublik zu einem neuen Super-GAU werden. Nach übereinstimmenden Meldungen mehrerer online-Medien, die sich wiederum auf die online-Ausgabe der „Süddeutschen Zeitung“ berufen, haben mehrere Ermittler des bayerischen Landeskriminalamtes massive Zweifel an den Aussagen Mannichls zu Tathergang und Täterbeschreibung. Auch hinsichtlich des Messers mit dem der Polizeidirektor niedergestochen wurde, haben sich inzwischen etliche ungeklärte Fragen aufgetan. So zum Beispiel, woher der Täter von dem Messer wußte, welches ja aus Mannichls Besitz stammt und zur Tatzeit vor dem Haus des Polizisten gelegen haben soll. Möglicherweise hat der Täter während des Gespräches mit Mannichl das Messer entdeckt. Dem widerspricht allerdings Mannichls eigene Aussage, wonach der Täter nur einige Worte sagte und dann sofort zustach. Die „Süddeutsche Zeitung“ zitiert einen Ermittler, der sagt: „Ein solches Setting spricht sonst für eine Beziehungstat.“ Auch finden sich weder DNS-Spuren eines Täters, noch Wischspuren die belegen würden, daß der Täter Handschuhe trug, noch Lebkuchenreste an dem Messer, das bei einem Nachbarschaftsfest zum Aufschneiden von Lebkuchen gedient haben soll. Im übrigen mutet es etwas merkwürdig an, daß der Täter zwar in der Absicht sich an Mannichl zu „rächen“ gehandelt haben soll, aber gewissermaßen ohne eigenes „Tatwerkzeug“ am Tatort erschien. Auch die vage Täterbeschreibung Mannichls gibt den Ermittlern einige Rätsel auf. Ein Rechtspsychologe der Uni Erlangen meinte dazu „die Erfahrung eines Polizeimannes sollte dazu führen, daß die Wahrnehmung die wesentlichen Dinge wie das Aussehen erfaßt“.

LKA bezweifelt „rechtsextremen“ Hintergrund

Die Fahnder scheinen nach Darstellung der „Süddeutschen Zeitung“ auch mit den Vorarbeiten ihrer Passauer Kollegen alles andere als einverstanden zu sein. Diese hätten viel zu schnell in Richtung eines „rechtsextremen“ Täters ermittelt, da die Aussagen zu dem Fall von einem Polizisten stammten. Normalerweise werde in solchen Fällen zunächst einmal das persönliche Umfeld des Opfers näher beleuchtet, so ein Beamter des bayerischen LKA. Dies scheiterte offenbar an den Hemmungen der Passauer Ermittler, die es ja „schließlich mit ihrem eigenen Chef zu tun“ hatten. Der Fall Mannichl entwickelt sich zusehends zu einer Farce, Fragen über Fragen bleiben bis dato unbeantwortet. Eines ist allerdings sicher: Es erscheint immer unwahrscheinlicher, daß der/die Täter, aus den Reihen der nationalen Opposition stammten, wie Alois Mannichl selbst von Anfang an behauptet hat. Sollte sich der nunmehr im Raum stehende Verdacht erhärten bzw. bestätigen, daß der Polizeidirektor den Hintergrund der Tat möglicherweise frei erfunden hat, ist nicht nur eine Entschuldigung seitens der bundesdeutschen Journaille und maßgeblicher bayerischer und bundesdeutscher „Spitzenpolitiker“, darunter Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), gegenüber der in diesem Fall von Anfang an zu unrecht diskreditierten NPD fällig, sondern Polizei-Präsident Alois Mannichl müßte selbstverständlich mit Schimpf und Schande aus Amt und Würden gejagt werden. Letzteres wäre die Polizei allein schon ihrem sonst so guten Ruf schuldig.

Jörg Krebs

Nachtrag:

Inzwischen hat auch die ermittelnde Staatsanwaltschaft eingeräumt, daß es im Fall Mannichl einige "Merkwürdigkeiten" im Hinblick auf die Tatwaffe und das Fehlen von DNS-Spuren gibt.
Bericht
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