12.02.2009
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Wie lange wird Deutschland noch am Hindukusch verteidigt?
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Zur Hauptseite wechselnAm 02.02.09 übertrug der Fernsehsender ARD den Spielfilm „Willkommen zuhause“ und thematisierte damit eine Problematik, die bisher in der öffentlichen Diskussion um Auslandseinsätze der Bundeswehr weitgehend unbeachtet blieb: durch Anschläge und schreckliche Ereignisse traumatisierte Bundeswehrsoldaten und deren Rückkehr in das Zivilleben in ihrer Heimat. Eindrucksvoll wird dem Zuschauer verdeutlicht, wie nach der Heimkehr traumatisierter Soldaten deren Familien und oftmals auch Freundes- sowie Bekanntenkreise auf eine schwere Prüfung gestellt werden.
Angesichts dieser Tatsachen und dem aktuellen Stand von dreißig in Särgen heimgekehrten deutschen Soldaten muß die Frage erlaubt sein, wie lange dieses grundgesetzwidrige und zutiefst sinnlose Treiben noch fortdauert. Ist das Ansehen der Bundesrepublik beim „großen Bruder“ in Übersee wirklich von so großer Wichtigkeit, daß man bereitwillig Teile unserer Jugend im Zuge imperialistischer Angriffskriege verheizt? Waren der Bombenholocaust von Dresden, die heute noch katastrophale Wirkungen verursachenden Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki und unzählige weitere Verbrechen gegen die Menschlichkeit wie die Anwendung von Napalmbomben in Vietnam nicht Beweis genug, daß der US-amerikanische Aggressor kein Freund, sondern ein machthungriger, von geldgierigen Kräften geführter Staat ist, der sich einen Kehricht um die Völker dieser Erde schert? Wann erkennt der deutsche Michel, daß die Nationalgeschichte der USA auf Blut und systematischer Abschlachtung von Millionen Menschen basiert? Vor Inkompetenz strotzende Versager wie der ehemalige Bundesverteidigungsminister Peter Struck, die nicht im Traum daran denken würden, ihr Leben im Irak, in Afghanistan oder am Horn von Afrika für die stets vorexerzierten Werte wie Demokratie, Freiheit und Menschenrechte zu opfern, faseln dann regelmäßig in Funk und Fernsehen von den deutschen Interessen, die dort verteidigt werden würden.
Doch hier sollte der deutsche Tagesschaukonsument genau hinhören und sich auch mal trauen, diese ewig wiedergekäuten Märchen kritisch zu hinterfragen. Ist es wirklich in unserem Interesse, uns auf ewig die Feindschaft uns seit uralten Zeiten sehr wohlgesonnener Völker zuzuziehen? Ist es wirklich in unserem Interesse, Tausende Iraker und Afghanen ins Jenseits zu katapultieren, obwohl einige Kilometer entfernt ein kriegerischer Zwergstaat namens Israel seit über sechzig Jahren Verbrechen gegen die Menschlichkeit begeht? Kann es als deutsches Interesse bezeichnet werden, daß US-amerikanische Konzerne im Nahen und Mittleren Osten sich mit militärischer Gewalt Absatzmärkte für ihre Massenware sichern? Liegt es in unserem Interesse, mit unserem Blut die US-amerikanische Öl-Versorgung zu gewährleisten? Was haben wir letztlich davon, mit unserem militärischen Engagement einst relativ stabile Staaten und Gesellschaften in ein Chaos zu stürzen, welches tagtäglich in einen offenen Bürgerkrieg auszubrechen droht? Machen schmalgeistige Berufspolitiker wie Struck oder sein Nachfolger Franz Josef Jung sich ab und an mal Gedanken darüber, daß der Opium-Anbau seit dem Sturz der afghanischen Taliban in diesem Staat grenzenlose Ausmaße angenommen hat? Wahrscheinlich auch im bundesdeutschen Interesse.
Diese Reihe von Gründen, die Beteiligung unserer Armee an solch völkerrechtswidrigen Militäraktionen abzulehnen, könnte beliebig fortgesetzt werden. Daher kann es für uns nationale Deutsche nur eine Antwort geben: Ja zum Grundwehrdienst, aber darüber hinaus verweigern wir uns der imperialistischen Krake namens Bundeswehr. Unser Blut soll nicht denBoden im Nahen und Mittleren Osten durchtränken, nur weil kapitalistische Großkonzerne die dortigen Völker unterwerfen wollen. Auch das sinnwidrige Gefasel von der Verteidigung von Menschenrechten und Demokratie zieht nicht, denn wer ist es denn, der hier massiv gegen diese verstößt? Der Afghane, der in seinem Leben keinen tieferen Sinn mehr erkennt und sich für sein Volk opfert oder eine riesige Militärmaschinerie, die keine Rücksicht auf die Zivilbevölkerung nimmt, obwohl es ihr technisch durchaus möglich wäre? Unsere deutsche Bundeswehr hat die Aufgabe, unsere Landesgrenzen zu verteidigen und somit unser Volk vor äußeren Gefahren zu schützen. Mehr nicht.
Wir brauchen endlich wieder eine Regierung, die wenigstens die selbst gemachten Gesetze achtet und sich auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker besinnt. Was im Irak, in Namibia oder sonst wo auf diesem Planeten passiert, hat uns so lange nichts anzugehen, bis die dortigen Kräfte uns darum bitten, ihnen zu helfen. Aber selbst dann nur auf diplomatischem Weg und nicht mittels asymmetrischer Gewalt, als Goliath gegen David. Die Geschichte beweist, welche Folgen das Einmischen und Intervenieren fremder Mächte in die Innenpolitik souveräner Staaten haben kann: auf ewig verfeindete Volksgruppen, Bürgerkrieg, Chaos und zum Himmel schreiende Armut. Wenn die Amis kein moralisches Problem damit haben, weltweit die Taktik der verbrannten Erde einzusetzen, wir sollten bei diesem Verbrechen gegen die Menschlichkeit nicht mitspielen. Dann bleiben uns auch zahllose junge Deutsche in Metallsärgen, traumatisierte Heimkehrer und nicht zuletzt auch Terroranschläge in unserer Heimat erspart.
Berlin, den 13.02.2009
Ronny Zasowk
Bericht