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20.05.2009

Lesezeit: etwa 1 Minute

Fall Mannichl: Sonderkommission steht erfolglos vor Auflösung

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Gut fünf Monate nach der Messer-Attacke auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl konnte die eingesetzte Sonderkommission immer noch keinen Täter ermitteln. Nach Angaben der „Passauer Neuesten Nachrichten“ wird die Sonderkommission „Fürstenzell“ nun schrittweise aufgelöst. Die Beamten sollen nach und nach zu ihren alten Dienststellen zurückkehren.

Im Dezember letzten Jahres war Mannichl vor seinem Haus niedergestochen worden. Laut dem Passauer Polizeichef handelte es sich bei dem Täter um einen „Rechtsextremisten“. Sofort sprangen die Medien an und entfachten eine Hetzkampagne gegen nationale Menschen. Politiker aus allen Parteien nutzten sofort die Gelegenheit und forderten mal wieder ein NPD-Verbot.

Einen Täter gibt es aber trotz der Einsetzung einer Sonderkommission bis heute nicht. Stichhaltige Beweise, daß es sich bei der Attacke um einen „rechtsradikalen“ Racheakt gehandelt hat, sind bisher nicht geliefert worden.

Ein nationalgesinntes Ehepaar, das unter Tatverdacht festgenommen worden war, mußte wieder freigelassen werden. Beide verfügten über ein Alibi für die Tatzeit. Zudem mußte die Polizei Phantomzeichnungen des mutmaßlichen Täters wieder zurückziehen, weil diese auf einer offenbar erfundenen Zeugenaussage basierten.

Nachdem die Ermittlungen in nationalen Kreisen auch nach mehreren Wochen ohne Erfolg blieben, mehrten sich Zweifel an der Tatbeschreibung Mannichls. Vor allem die Tatwaffe, ein Messer aus dem Haushalt des Polizeichefs, warf zahlreiche Fragen auf.

Die politisch Verantwortlichen stehen nun nach Monaten ohne Ermittlungserfolg unter Druck. Besonders die Weiterverwendung Mannichls bereitet Kopfzerbrechen. Als Polizeichef in Passau ist er nun verabschiedet worden. Wer allerdings geglaubt hat, daß diese Abberufung der Karriere des phantasiereichen Polizeichefs schaden könnte, wird enttäuscht. Mannichl soll Leitender Polizeidirektor im Polizeipräsidium Straubing werden. Somit wäre er der höchste Kriminalbeamte Niederbayerns.
Bericht
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