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28.07.2009

Lesezeit: etwa 5 Minuten

„Selbsternannte Schafsköpfe“ – Political correctness auch beim DAV

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Deutsche Stimme-Autor Hans-Joachim Stoyan im Visier
 
Der Bergsteiger-Autor der Deutschen Stimme, Hans-Joachim Stoyan, ist in die Schußlinie der political correctness geraten: Der Deutsche Alpenverein (DAV) distanzierte sich von ihm – dabei ging es nur um ein Buch.


Hans-Joachim Stoyan

Anfang des Jahres 2008 erschien das Buch des Verfassers „Bergsteigerlegenden“ beim Verlag „Deutsche Stimme“. Kurze Zeit darauf erschien im Internet eine Veröffentlichung des Deutschen Alpenvereines mit folgendem Wortlaut:

„Vor wenigen Wochen hatte die Redaktion von DAV Panorama ein Buch auf dem Tisch, das auf den ersten Blick wie eines von vielen Bergsteiger-Porträtbüchern aussah. Nach einem genaueren, zweiten Hinsehen entpuppt sich das Buch ‚Bergsteigerlegenden’ von Hans-Joachim Stoyan jedoch als eine Veröffentlichung des Verlages Deutsche Stimme, der zur NPD gehört.

Charly Wehrle, bekannter Wirt der Reintalangerhütte (DAV-Sektion Garmisch), wird in diesem Buch auf zwei Seiten porträtiert. Wehrle distanziert sich ausdrücklich von seiner Porträtierung und weist daraufhin, daß er keinerlei Einwilligung – u. a. für den Abdruck von Fotos aus seinem Privatarchiv – gegeben hat. Derzeit erwägt Wehrle mit seinem Anwalt rechtliche Schritte gegen den Herausgeber. Auch der Deutsche Alpenverein distanziert sich von dem Buch. Stoyan war bis Mitte der 1990er Jahre Vorsitzender der DAV-Sektion Pößneck, ist zwischenzeitlich aber kein Funktionsträger und auch kein DAV-Mitglied mehr.

Prof. Dr. Heinz Röhle, DAV-Präsident, verweist in diesem Zusammenhang besonders energisch auf die 2001 verabschiedete Proklamation des DAV ‚Gegen Intoleranz und Haß’. Dort gedenkt der Deutsche Alpenverein nicht nur seiner wechselvollen Geschichte, sondern lehnt auch alle Formen der Diskriminierung ab. Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor der Geschichte bekundet der DAV seinen Willen, alles zu tun, daß der Ungeist von Intoleranz in jeglicher Form in seinen Reihen keinen Platz mehr finden kann.“

Wenn man diese Zeilen liest, fühlt man sich zurückversetzt in eine unselige, diktatorische rote Zeit. Die Worte könnten ebenso gut einem Parteimanuskript der SED entliehen sein. Der Autor dieser Zeilen weiß, wovon er spricht, denn er hat viele Jahre dieser totalitären Herrschaft selbst leidvoll erfahren.

Maulkorbpolitik beim Alpenverein

Zur Sache selbst: Für das Präsidium des Deutschen Alpenvereines ist die Veröffentlichung eines Buches bei dem Verlag Deutsche Stimme schon verwerflich, wenn nicht gar im Sinne der roten Terminologie „verbrecherisch“. Diese Herren kennen oder ignorieren allerdings vollkommen das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Hier eine kurze Nachhilfe: Nach Artikel 5 Absatz 1 gilt in Deutschland für jedermann die Rede, Meinungs- und Pressefreiheit.

Auf dieser Grundlage muß sich das Präsidium des Deutschen Alpenvereins und alle linken „Gutmenschen“ zudem sagen lassen, daß der Autor dieser Zeilen parteilos und ein freier Bergsteiger/Schriftsteller ist. Falls es den „Gutmenschen“ vom Alpenverein nicht bewußt sein sollte, noch folgende Nachhilfe: Wir leben in einem Rechtsstaat, und die persönliche Freiheit ist auch immer die Freiheit des Andersdenkenden! Als freier Bürger steht jedem das Recht zu, den Verlag und das Presseorgan für seine Veröffentlichungen frei zu wählen.

Das Präsidium des Deutschen Alpenvereines glaubte sich nun besonders klug, indem es den Hüttenwirt der Reintalangerhütte, Charly Wehrle, an die „rote Front“ schickte.
Zum besseren Verständnis und im Klartext: Die Behauptung von Charly Wehrle, daß alles ohne seine Einwilligung geschehen sei, ist erstunken und erlogen. Allerdings kursieren im Internet noch immer auf den verschiedensten Seiten die völlig unhaltbaren Anschuldigungen des DAV-Präsidiums und des Charly Wehrle.

Eigentlich müßte das Präsidium des DAV umgehend dafür sorgen, daß die unsachliche Hetzseite des DAV über den Verfasser dieser Zeilen und sein Buch „Bergsteigerlegenden“ sofort aus dem Internet verschwindet. Sollte das nicht geschehen, werden noch weitere delikate Einzelheiten (u.a. Briefverkehr zwischen Wehrle und mir sowie Einflußnahme und Erpressung durch den Südtiroler Alpenverein) veröffentlicht.

Daß sich die Führungsspitze des Deutschen Alpenvereines geradezu mit Genuß auf Andersdenkende stürzt, spricht sich immer mehr herum, wie auch eine aktuelle Begebenheit mit Reinhold Messner zeigt. Man kann zu Messner stehen, wie man will, aber eines ist sicher: in vielen Dingen hat er recht, und bei vielen Dingen hat er eben nicht Recht. Das ist menschlich verständlich. Darüber kann man aber sachlich reden. Das ist aber kein Thema für das Präsidium des Deutschen Alpenvereines. Es handeln lieber nach dem Motto der Herrschenden:

„Es wird nicht mehr gefragt, es wird nicht mehr recherchiert, es wird nicht mehr diskutiert, es wird nur noch angeklagt und verleumdet!“ Das gilt für den Autor dieser Zeilen ebenso wie für Reinhold Messner und jeden anderen Andersdenkenden.

Am 8. Mai 2009 hat das Präsidium des Deutschen Alpenvereins (DAV) in einem Brief an die Vorsitzenden seiner 354 Sektionen empfohlen, Reinhold Messner künftig nicht mehr zu den DAV-Vorträgen einzuladen. Was für eine unverfrorene, undemokratische Initiative? Nur weil ein anderer eine andere Meinung hat, versucht man ihn kaltzustellen.

Auch Messner wird vom DAV gemobbt

In der Märzausgabe 2009 der Fachzeitschrift Bergsteiger schreibt Reinhold Messner im Zusammenhang mit dem Deutschen Alpenverein von „totalitärem Vereinsverständnis“, von Ausgrenzungskampagnen und „selbsternannten Schafsköpfen“. Er rückt in diesem Text den DAV in die Nähe nationalsozialistischer Politik und Gesinnung.

Hier freilich irrt Reinhold Messner gründlich. Er verkennt einfach die historische Entwicklung nach 1945. Der Deutsche Alpenverein wurde in den Nachkriegsjahren und besonders nach der Wiedervereinigung von den Linken, Grünen und sonstigen „Gutmenschen“ bis in die höchsten Etagen durchsetzt, was sich jetzt folgerichtig in einem „totalitärem Vereinsverständnis“ manifestiert, das durch tiefroten Führungsanspruch gekennzeichnet ist.

Nicht die „Rechten“ haben im Deutschen Alpenverein das Sagen, sondern Linke und ewiggestrige Betonköpfe. Wo sind nur die ruhmvollen, ehrlichen, anständigen, heimatverbundenen und dem Deutschtum verpflichteten Zeiten des Deutschen Alpenvereines geblieben? Gegenwärtig ist davon nicht mehr viel zu sehen. Eine Hoffnung bleibt aber: Die einfachen Mitglieder sind ja nicht das Präsidium und auch nicht die Funktionärselite. Und alle Mitglieder sind ja auch nicht alle dem roten Lager zuzurechnen.

Die Zeit wird es mit sich bringen, daß die Wahrheit sich durchsetzt und Freiheit, Ehre und deutsches Vaterland wieder etwas bedeuten. Vor allem die Jugend und alle anständigen Deutschen haben es in der Hand, die Verhältnisse zu ändern.
Buchempfehlung:

Hans-Joachim Stoyan – Bergsteigerlegenden. 60 Porträts großer alpiner Persönlichkeiten, 196 S., mit zahlr. s/w-Abb., 19,80 Euro (Art.-Nr. 104098).

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