Daß die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in sogenannten „Call-Centern“ oft Opfer von Lohndumping bis hin zu regelrechter Ausbeutung sind, ist schon seit langem bekannt. In letzter Zeit wurden zudem immer häufiger Fälle in der Öffentlichkeit diskutiert, wonach sich Bürger über aggressive und teilweise belästigende Anrufe solcher Telefondienste beschwert haben. Zwischenzeitlich bekamen diese Telefon-Drückerkolonnen diverse Gesetzesauflagen, die es den unfreiwillig Angerufenen erleichtern sollen, sich gegen die Belästigungen zur Wehr zu setzen.
Dubiose Geschäftemacher: sogenannte "Call Center"
Nun machte ein Hausmeister in Frankfurt einen brisanten Fund, der alle Beschwerden von Bürgern über diese dubiosen Geschäftemacher bestätigt. In einer Mülltonne fand der Mann ungeschredderte Unterlagen eines in Frankfurt ansässigen „Call Centers“ welches Glücksspiellose verkauft, die brisante Informationen über das Geschäftsgebahren dieses Unternehmens preisgeben. Das „Call Center“ befindet sich ausgerechnet im gleichen Gebäude wie das Max-Planck-Institut für Rechtsgeschichte, sodaß der Weg zur hessischen Aufsichtsbehörde für Datenschutz nicht allzu weit war. Die Unterlagen enthalten nämlich auch vertrauliche Angaben über Mitarbeiter.
Nach einer ersten Auswertung von Schulungsunterlagen für Mitarbeiter des „Call Centers“ seitens der hessischen Datenschutzaufsicht beim Regierungspräsidium Darmstadt, wird die Sache mit hoher Wahrscheinlichkeit ein juristisches Nachspiel haben. Den Unterlagen zufolge sind Hartnäckigkeit und Ablenkung die obersten Gebote der Mitarbeiter des dubiosen Call-Centers. So solle der Verkäufer am Telefon immer wieder nachhaken und durch gezielte Fragen, gepaart mit einem humorvollen Auftreten, von kritischen Punkten ablenken. Das vordringliche Ziel dabei sei, den Kunden ihre Bankverbindung zu entlocken. Und hier wird es wirklich schon kriminell. Höchste Zeit also, daß solchen miesen Geschäftemachern und Ausbeutern das Handwerk gelegt wird; nun ist erst mal die hessische Justiz gefragt.