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16.08.2009

Lesezeit: etwa 2 Minuten

Andreas Storr (NPD) – „Nach 96 Jahren: Görlitzer Wahrzeichen muß schließen – Britische Heuschrecke ruinierte Jugendstil-Kaufhaus“

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Heute ist ein trauriger Tag für Görlitz. Das alte Görlitzer Jugendstil-Kaufhaus am Demianiplatz, das vielen Architekturkennern als das schönste Kaufhaus Deutschlands gilt, wurde heute geschlossen. Das 1913 erbaute Kaufhaus er- und überlebte Kriege, Bürgerkriege, Währungsreformen, die Weltwirtschaftskrise und verschiedenste politische Systeme vom Kaiserreich bis zur DDR, nicht aber den Angriff der Heuschrecken, sprich des britischen Finanzinvestors Dawnay Day, der mit sittenwidrigen Wuchermieten von 25 Prozent des Umsatzes nicht nur das Görlitzer Jugendstilkaufhaus, sondern den gesamten Kaufhauskonzern Hertie in die Insolvenz trieb.
Der Görlitzer NPD-Kreisvorsitzende und NPD-Landtagsdirektkandidat Andreas Storr äußerte heute dazu:


Hertie in Görlitz
 
„Die Schließung des hundertjährigen Görlitzer Traditionskaufhauses wegen Mietwuchers, Spekulation und kapitalistischen Verdrängungswettbewerbs macht schlaglichtartig deutlich, daß das herrschende Wirtschaftssystem keine Marktwirtschaft ist, sondern ein rechtsfreier Raum für internationale Finanzfreibeuter, keine Volkswirtschaft, sondern ein asoziales Schwindelsystem.
Auch am heutigen Tag drängt sich wieder die Frage auf: Warum mußte es überhaupt zur Schließung kommen, und wie können die maßgeblichen Politiker der Stadt, des Landkreises und des Freistaates sich einfach damit abfinden, daß durch Entscheidungen internationaler Finanzkreise die Lebendigkeit und Attraktivität der Görlitzer Altstadt nachhaltig geschädigt wird?
 
Die heutigen, durch Agenturmeldungen verbreiteten Äußerungen des Betriebsratsvorsitzenden der Hertie-Filiale, Armin Schneider, daß es sehr bitter sei, daß in den vergangenen Wochen auch Gespräche im Bundeskanzleramt oder im Dresdener Wirtschaftsministerium nichts gebracht hätten, zeigen erneut die völlig falsche Prioritätensetzung und das Totalversagen in der Wirtschafts- und Förderpolitik des Freistaats. Da die Erhaltung des alten Görlitzer Kaufhauses eben nicht mit der wirtschaftspolitischen „Leuchtturm“-Ideologie der Staatsregierung, die sich alleine die Förderung von Großansiedlungen und exportorientierten Unternehmen auf die Fahne geschrieben hat, in Einklang zu bringen ist, wird es eben dicht gemacht. Alle kleinräumigen Wirtschaftsstrukturen sind für die Staatsregierung offensichtlich nicht förderungswürdig, auch dann nicht, wenn sie von hohem kulturellen Wert sind wie das Görlitzer Jugendstilkaufhaus.


Andreas Storr
 
Dieses Versagen des Wirtschaftsministeriums wird nun einschneidende Auswirkungen auf das Stadtleben von Görlitz haben. Wie wird sich das ohnehin rückläufige Geschäftsleben in der Altstadt entwickeln, wenn der zentrale Anziehungspunkt Jugendstilkaufhaus Hertie nun nicht mehr existiert?Sowohl in meiner Tätigkeit als Görlitzer Stadt- wie auch als Kreisrat werde ich alle Möglichkeiten nutzen, um auf eine schnelle Wiedereröffnung des Kaufhauses zu drängen, beispielsweise in der Form eines schlesischen Regionalkaufhauses, das Produkte und Dienstleistungen aus der Region anbietet.“

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