29.11.2009

Franz Josef Jung (CDU) habe die „Verantwortung” für den Luftangriff in Afghanistan übernommen, kolportiert die Journaille, bei dem weit über 100 Zivilisten getötet worden sein sollen.
Jetzt-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) spricht - anders als sein Vorgänger - Franz Josef Jung (CDU) von Krieg, der in Afghanistan herrsche und die Bundeswehr ist mitten drin. Doch anders als bei Unterlegenen endet die Übernahme von Verantwortung zwar auch im Verlust des Amtes, aber nicht vor einem Tribunal, so wie einst in Nürnberg.
Daß bei der „Verteidigung deutscher Interessen” am Hindukusch, so gab es Ex-Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) einst bekannt, auch etwas schief gehen kann, erfuhr Strucks Nachfolger, Franz Josef Jung, der nun seinen Hut nahm. Anlaß war der verheerende Luftangriff auf zwei Tanklastzüge in Kundus, bei dem weit über 100 Zivilisten umgekommen sein sollen, darunter zahlreiche Kinder. Zwar bekleidete der CDU-Politiker letztens das Amt eines Arbeitsministers - Universalgenies sind sie scheinbar alle - doch mit staatsmännischer Größe verkündete Jung: „Ich übernehme damit die politische Verantwortung für die Informationspolitik des Bundesverteidigungsministeriums gegenüber dem Minister bezüglich der Ereignisse vom 4. September in Kundus.”
„Informationspolitik”? Wie wäre es denn mit einer juristischen Aufarbeitung. Allenthalben hört man doch von einer vorgeblichen Verantwortung, die die Deutschen zu tragen haben. Werden nicht heute noch Greise vor Gericht gestellt, um „Verantwortung” für Ereignisse zu übernehmen, die mehr als 60 Jahre zurückliegen? Leise den Hut zu nehmen, der dann mit einem Pensionsanspruch prall gefüllt wird, deutet aber nicht gerade auf die Übernahme von Verantwortung hin.
Quelle: www.npd-nol.de