13.07.2010

Landesvorsitzender Jörg Krebs zum Thema Mitgliederbefragung zur Verschmelzung von NPD und DVU


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npd-hessen.de:Kamerad Krebs, derzeit läuft eine vielbeachtete Befragung aller NPD-Mitglieder zur geplanten Verschmelzung der beiden ältesten und größten nationalen Parteien Deutschlands, der Deutschen Volksunion (DVU) und der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD). Analog dazu werden auch die Mitglieder der DVU u.a. gefragt, ob sie eine Vereinigung der beiden Parteien für sinnvoll halten. Wie stehen Sie dazu?

Jörg Krebs: Also, zunächst einmal begrüße ich die Entwicklung des Verhältnisses zwischen NPD und DVU ausdrücklich. Ich habe in den elf Jahren meiner Zugehörigkeit zur NPD nie einen Hehl daraus gemacht, daß ich es für unsäglich halte, daß bei Wahlen drei oder mehr volkstreue Parteien auf dem Stimmzettel stehen und am Ende keine den Einzug in das betreffende Parlament schafft. Was nun die Mitgliederbefragung als solche angeht, so halte ich diese für den einzig gangbaren Weg, die Stimmung an der jeweiligen Basis auszuloten. Diese basisdemokratische Maßnahme stellt ja nun keine Entscheidung in der Sache dar, sondern soll den beiden Parteivorständen lediglich zur weiteren Entscheidungsfindung dienen. Jetzt sind allein die Mitglieder beider Parteien gefragt, den Funktionsträgern und Führungsgremien der Parteien einen klaren Arbeitsauftrag zu erteilen.

npd-hessen.de: Ihre letzte Aussage ist ein interessanter Aspekt. Dies deshalb, weil der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern vor kurzem eine sogenannte „Antwortempfehlung“ an seine Mitglieder veröffentlicht hat. Was sagen Sie als hessischer Landesvorsitzender dazu, möchten Sie nicht auch eine Antwortempfehlung abgeben?


Jörg Krebs: Ich halte den Schritt der Kameraden aus Mecklenburg-Vorpommern für falsch. Wie bereits gesagt, sind zum einen die Mitglieder aufgerufen, möglichst unbeeinflußt ihre Meinung kund zu tun, nicht die Landesvorstände als Führungsgremien. Zum anderen ist die Befragung ja keine Entscheidung in der Sache (eine Urabstimmung in dieser Frage wird es erst viel später geben), deshalb ist es meiner Meinung nach umso wichtiger für die Parteiführung, ein möglichst unverfälschtes Stimmungsbild zu erhalten. Es kann ja sein, daß sich eine Mehrheit der Mitglieder gegen eine Verschmelzung von DVU und NPD ausspricht, wer weiß das schon. Wobei ich ausdrücklich hinzufügen möchte, daß ich persönlich ein solches Votum bedauern würde.

npd-hessen.de: Das nationale Weltnetzportal mein-sh.info hat sich gegen eine Fusion von NPD und DVU ausgesprochen. Was sagen Sie dazu?


Jörg Krebs: Die Entscheidung über eine mögliche Verschmelzung von DVU und NPD treffen allein die Mitglieder beider Parteien, sowie deren Führungsorgane. Ich würde es daher begrüßen, wenn sich Außenstehende aus dieser Angelegenheit heraushalten würden.


Jörg Krebs

npd-hessen.de: Für viele Mitglieder stellt sich die Frage, ob der NPD aus einer Fusion mit der DVU nicht neue Schulden entstehen würden, diese Frage war auch ein Streitthema während des letzten NPD-Bundesparteitages in Bamberg. Wie sieht Ihre Meinung in dieser Frage aus?

Jörg Krebs: Der Parteivorstand der NPD hat sich am Vorabend des Bundesparteitages meiner Erinnerung nach einstimmig nur unter der Voraussetzung für eine Verschmelzung ausgesprochen, daß der nationaldemokratischen Partei daraus keine neuen Schulden entstehen. Ich habe als hessischer Landesvorsitzender in dieser Sitzung auch klar betont, daß eine Verschmelzung für uns nur dann in Frage kommen dürfe, wenn die NPD nicht auch noch die nicht ganz unerheblichen Schulden der Volksunion aufgebürdet bekäme. In dieser Hinsicht herrschte im Parteivorstand übrigens Einvernehmen.

npd-hessen.de: Der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern stellt in seiner oben erwähnten Antwortempfehlung unter anderem fest, daß „eine solche Entscheidung nicht an Kosten festgenagelt werden“ darf. Sie sagen allerdings, daß hinsichtlich der Schuldenfrage Einvernehmen im NPD-Parteivorstand herrschte; gibt es da nicht einen Widerspruch?


Jörg Krebs: Nein, bei der betreffenden Sitzung des NPD-Parteivorstandes war leider kein Vertreter des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern zugegen.

npd-hessen.de: Unmittelbar nach dem NPD-Bundesparteitag sorgten Querelen innerhalb der DVU bundesweit für Schlagzeilen. Eine Gruppe von Gegnern der Verschmelzung mit der NPD hatte gar öffentlich verkündet, der DVU-Parteivorsitzende Matthias Faust sei seines Amtes enthoben und aus der Partei ausgeschlossen worden. Wie bewerten Sie diese Vorgänge innerhalb der DVU?

Jörg Krebs: Es ist nicht meine Aufgabe, parteiinterne Auseinandersetzungen in der DVU zu bewerten oder zu kommentieren.

npd-hessen.de: Zum Schluß wollen wir noch zwei Fragen von eher persönlicher Natur stellen. Haben Sie die Fragen der Mitgliederbefragung bereits beantwortet und wie haben Sie die Fragen beantwortet?

Jörg Krebs: Ja, ich habe die Fragen bereits letzte Woche beantwortet und nach Berlin gefaxt. Bei der ersten und zweiten Frage habe ich jeweils mit „Ja“ gestimmt und bei der letzten Frage habe ich mich enthalten.

npd-hessen.de: Da müssen wir jetzt aber doch noch mal nachfassen. Wieso haben Sie sich bei der letzten Frage enthalten?


Jörg Krebs: Es ist, glaube ich, kein Geheimnis, daß ich zu den Befürwortern einer Ergänzung des aktuellen Parteinamens um den Zusatz „Die soziale Heimatpartei“ gehörte und immer noch gehöre. Ich bin aber nicht der Meinung, daß sich die NPD vorschnell auf allzu revolutionäre Experimente einlassen sollte, wie sie in gewissen Kreisen bereits seit Längerem diskutiert werden. Die Mehrheit der Parteimitglieder hängt zu recht an unserem, seit der Gründung 1964 bestehenden, Parteinamen, das hat das Votum der Delegierten beim Bundesparteitag bezüglich des Namenszusatzes sehr deutlich gezeigt. Die letztendliche Entscheidung darüber wird allerdings erst ein Vereinigungsparteitag von DVU und NPD zu treffen haben, auf welchem Mitglieder beider Parteien Stimmrecht besitzen werden.

npd-hessen.de: Kamerad Krebs, wir danken Ihnen für das Gespräch!






 




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