NPD-Landesverband Hessen

03.01.2011

Lesezeit: etwa 6 Minuten

Es liegt nicht allein an der »Umerziehung«



Deutsche Misere: Wer alles auf die Alliierten schiebt, macht es sich zu einfach


Es ist ein kleiner Kreis, der sich alle vier Wochen in einem Lokal im Berliner Süden trifft. Doch die Veranstaltung hat Tradition. Aus einem Stammtisch zu besten Rep-Zeiten hervorgegangen, kennt sie fast jeder Nationale und war irgendwann schon mal da.

Heute spricht der NPD-Vorsitzende Udo Voigt zum Thema: »Nicht Integration brauchen wir, sondern deutsche Kinder!« Nicht alle Referenten sind so prominent. Doch in Berlin kann sich keiner leisten, eine nationale Initiative zu übergehen. Sie sind etwa so selten wie die verbliebenen Currywurst-Buden zwischen lauter türkisch-arabischen Döner-Ständen.

Was Udo Voigt vorträgt, dürfte für die Anwesenden kaum überraschend sein. Denn leider ist man wieder mal ganz unter sich geblieben. Bei einer Mitteilung aber horchen die Zuhörer besonders auf: Deutschland ist nicht das einzige Land mit niedriger Geburtenrate. Das Problem betrifft alle westlichen Staaten. Und ausgerechnet in Italien und Spanien sind die Zahlen noch schlechter als in Deutschland, nämlich nur 0,9 pro Frau.

Das ist eine Überraschung. Italien – das traditionell kinderfreundliche Land, wo die »Bambini« bis vor kurzem vergöttert wurden. Und Spanien, die alte Hochburg des Katholizismus. Offenbar ist kein historisches oder religiöses Motiv mehr imstande, sich gegen den modernen Individualismus und Egoismus zu behaupten.

Nach dem Vortrag beginnt die übliche Diskussionsrunde. Als einer der ersten meldet sich eine Dame um die fünfzig und formuliert mit geübter Stimme: der wichtigste Grund für die deutsche Geburtenfeindlichkeit sei noch gar nicht genannt worden. »Es ist die Umerziehung«, behauptet sie. Seitdem werde den Deutschen systematisch eingeredet, daß sie verbrecherische Gene hätten und am besten aussterben sollten. Diese Lehre hätten die Deutschen wohl verinnerlicht. Der Beitrag trifft auf eine breite Zustimmung. Mehrere Köpfe nicken.

Geburtenschwund – nicht nur bei uns

Nun heißt es immer, »die Rechten« müßten zusammenhalten und über kleinere ideologische Unterschiede hinwegsehen. Das kann aber nicht bedeuten, daß man die Logik außer Kraft setzt, sobald ein Gleichgesinnter etwas äußert, was sicherlich gut gemeint ist. Und in diesem Fall auch nicht abwegig, denn eine »Umerziehung« hat stattgefunden. Doch was wurde hier eigentlich aberzogen, und was anerzogen? Vielen ist das offenbar nicht ganz klar.

Die niedrige Geburtenrate jedenfalls kann mit der deutschen Umerziehung nur wenig zu tun haben. Sonst wären die Kinderzahlen in den anderen europäischen Ländern wesentlich höher und nicht ebenso niedrig und teilweise sogar niedriger. Glauben die Italiener etwa, daß ihre Gene durch die Ära Mussolini auf ewig beschmutzt seien? Doch wohl kaum.

Und sogar in England lautet der häufigste männliche Vorname neuerdings nicht John oder Jack, sondern Mohammed! Die Sieger des 2. Weltkrieges haben zumindest in puncto Zuwanderung und Geburtenschwund genau die gleichen Probleme wie wir. Auch bei ihnen reicht der Nationalstolz offenbar nicht so weit, daß der einzelne irgendwelche Opfer dafür bringen würde.

Wenn von »Umerziehung« gesprochen wird, so hört es sich häufig an, als seien Nationalgefühl, Kinderwunsch und Ordnungsliebe überall in Europa noch selbstverständlich, nur den Deutschen habe man diese Selbstverständlichkeiten per Umerziehung gewaltsam ausgetrieben. So einfach ist es leider nicht. Denn wenn es so wäre, brauchte man nur den Einfluß der Umerzieher abzustreifen, und schon stellten sich ganz von selbst die geordneten Verhältnisse wieder her. Besonders die Konservativen betrachten es gern so, weil eine geruhsame Bildungstätigkeit in Form der »Umerziehung der Umerzogenen« ganz in ihrem Interesse läge.

Die Folgen der Moderne

Leider braucht es etwas mehr. Um wieder zu »normalen« Zuständen zu kommen, ist eine aktive, offensive und revolutionäre Anstrengung notwendig, die in Deutschland und auch Italien und Spanien bereits versucht wurde. Die »faschistischen« Staaten haben sich von der Verfallsbewegung des gesamten Kontinents abkoppeln wollen, und dieser Versuch ist in allen Fällen gescheitert. Die drei »abtrünnigen« Staaten sind dann auf verschiedene Weise wieder in den liberalen Konsens zurückgeholt worden. Die Italiener wie von selbst, die Spanier langsam und rücksichtsvoll, die Deutschen mit massivem Einsatz von alliierter Kontrolle.

Und heute stehen wir ähnlich da wie vor den vergeblichen und aufopferungsvollen Versuchen. Denn schon vor 1933 gab es eine niedrige Geburtenrate. Das lag einmal an der Wirtschaftskrise, aber auch an einer »materialistischen« Mentalität, die in den 20er Jahren schon ähnlich verbreitet war wie heute. Auch Autoritätsverlust und Verwahrlosung der Jugend waren in Weimar schon große Themen. Wie können diese Mißstände also Folgen der Umerziehung sein?? Es sind Folgen der modernen Lebensverhältnisse.

Ein typisches Kennzeichen unserer Landsleute ist es immer gewesen, daß sie vom Eigenen nichts halten. Das erstreckt sich auch auf die Beurteilung der Bundesrepublik im Vergleich zu anderen europäischen Staaten. Da steht die BR Deutschland nämlich immer noch gut und nicht etwa schlecht da, ähnlich wie die DDR trotz aller Hinfälligkeit im Rahmen des Ostblocks musterhaft aussah. Als Teil des östlichen und westlichen Gesamtsystems hat sich Deutschland immer sehr gut gemacht.

Nur die Deutschen wollen das nie wahrhaben. Sie klagen und glauben fest daran, daß ihre Probleme sämtlich damit zusammenhängen, daß sie Deutsche sind. Die Deutschen sind daran gewöhnt, sich irgendwie für minderbemittelt zu halten, weil sie von der westeuropäischen Norm abweichen, Und für viele Patrioten ist das Thema »Umerziehung« zu einer Variation dieser ewig gleichen deutschen Selbstverachtung geworden. Weil wir umerzogen wurden, so glauben sie, können wir uns gegen die Zuwanderung nicht wehren. Als ob andere Staaten sich erheblich besser dagegen wehren könnten.

Große Tradition des Widerstandes

Umerzogen wurden wir, so geht die Litanei weiter, weil wir leider auf den Nationalsozialismus hereingefallen sind. Und weil der deutsche Widerstand nicht erfolgreich war, wird häufig noch angefügt. Die Deutschen sind und bleiben eben die historischen Trottel, die alles falsch machen und von einer Pfütze in die nächste treten. Wenn wir nicht das Pech hätten, Deutsche zu sein, sondern Franzosen oder Engländer wären, so schließt das bekannte Klagelied, dann könnten wir mit Stolz unsere Nationalhymne singen und uns glücklich preisen. Doch wer in den letzten Jahrzehnten mal in Paris oder London war, der müßte wissen, daß es dort keinen Deut besser aussieht als in Berlin – im Gegenteil.

Begreifen wir endlich, daß wir Deutschen es nicht schlechter, sondern sogar besser haben, weil wir bei zunehmenden Übeln immerhin über eine große Tradition des Widerstands verfügen. Damit ist keineswegs nur der Nationalsozialismus gemeint, sondern all das, was im Verlauf der Umerziehung als »Sonderweg« verfemt und verdächtigt wurde.

Deshalb geht es nicht darum, uns von dem Verdacht des »historischen Sonderwegs« und des »Antimodernismus« zu befreien, sondern gerade diese Quellen sind es, die den Weg aus der derzeitigen Situation weisen könnten. Wir müssen die »Umerziehung« nicht bloß rückgängig machen, sondern geradezu umkehren. Denn was alle europäischen Länder jetzt brauchen, das sind gewiß nicht die längst entwerteten »westlichen Werte«.

Quelle: www.deutsche-stimme.de






 

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