NPD-Landesverband Hessen

08.03.2015

Lesezeit: etwa 3 Minuten

Der demographische Wandel wird zur demographischen Katastrophe

Der Bevölkerungswissenschaftler und ehemalige Geschäftsführende Direktor des Instituts für Bevölkerungsforschung und Sozialpolitik an der Universität Bielefeld, Herwig Birg gab der „Wirtschaftswoche“ nun ein Interview, in dem er auf bemerkenswerte Entwicklungen zu sprechen kam. Birg prangert die Feigheit der Politiker an, sich mit dem unbequemen Thema Bevölkerungspolitik zu beschäftigen, weil es als Wahlkampfthema nicht geeignet ist, bei längerem Nichtstun aber dramatische Konsequenzen mit sich bringen wird. Birg weist darauf hin, dass es zur Abschaffung des Ruhestandsalters kommen könnte, die Menschen also bis zum Umfallen arbeiten müssen, wenn nicht bald wirksame Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Alles andere hätte sinkende Renten oder steigende Beiträge zur Folge.

Birg spricht auch von einer „strategischen Desinformation der Bevölkerung“, die systematisch im Unklaren über die Folgen der aktuellen Bevölkerungsentwicklung gelassen wird. Als Beispiel nennt er die Deklaration des Jahres 2013 zum Wissenschaftsjahr der „demographischen Chance“, das mit viel Symbolpolitik, aber kaum Realpolitik verbunden war. Birg zieht in diesem Zusammenhang den Vergleich zu den Spruchbändern in der ehemaligen DDR, als es hieß: „Von der Sowjetunion lernen, heißt siegen lernen.“

Die Demographiestrategie der Bundesregierung verdiene laut Birg ihren Namen nicht, da sie die Ursachen der niedrigen Geburtenraten völlig ausklammere und den demographischen Niedergang lediglich verwalte. Die Politik weigert sich offenbar aus ideologischen Motiven heraus, politische Lösungsvorschläge zur Steigerung der Geburtenraten zu unterbreiten.

Bezeichnend ist auch, dass das bevölkerungswissenschaftliche Institut, für das Birg tätig war, nach der Emeritierung Birgs aufgelöst wurde. Birg dazu wörtlich: „Das gleiche geschah mit den demographischen Lehrstühlen der Universitäten in Bamberg und Berlin. Es gibt da ein großes Einvernehmen aller großen Parteien. In derselben Zeit wurden übrigens Dutzende von Lehrstühlen für Gender-Forschung geschaffen. An Geldnot lag es also nicht.“

Die Propaganda der etablierten Parteien, dass einem angeblich bestehenden Fachkräftemangel in Deutschland durch verstärkte Einwanderung begegnet werden sollte, kritisiert Birg mit zwei ganz entscheidenden Argumenten. Auf der einen Seite sei es für die (vor allem armen und ökonomisch schwachen) Länder eine Katastrophe, die dadurch ihre klügsten Köpfe verlieren, auf der anderen Seite hält er es nicht für möglich, dass Einwanderung dem Fachkräftemangel entgegenwirken könne. Birg dazu weiter: „Niemand stellt sich dem Problem, dass die im Inland fehlenden Geburten nicht auf Dauer durch die Geburten anderer Länder kompensiert werden können. Eine neue Demografiepolitik müsste jedoch schnell umgesetzt werden. Denn die demografische Uhr tickt unbarmherzig.“

Die NPD spricht sich seit Jahren dafür aus, die Bevölkerungspolitik endlich ohne ideologische Tabus und Scheuklappen zu betrachten und zur Kenntnis zu nehmen, dass ein „Weiter so“ unweigerlich zum Kollaps des deutschen Sozialsystems führt. Rentenkassen, Krankenversicherungen und auch der Pflegesektor sind nur finanzierbar, wenn ausreichend Kinder in die Welt gesetzt werden. Dafür muss die Politik durch nachhaltige familien- und arbeitsmarktpolitische Maßnahmen die Rahmenbedingungen stellen. So lange vor allem qualifizierte Männer und Frauen auf Kinder verzichten müssen, weil sie sonst keine Chance haben, erfolgreich im Berufsleben zu sein, befindet sich Deutschland in einem gefährlichen Teufelskreislauf.

Daher fordert die NPD, Eltern mit Kindern steuer- und rentenrechtlich zu begünstigen, da sie es sind, die mit der Kindererziehung den Grundstein dafür legen, dass auch die nächsten Generationen noch in einem Sozialsystem leben können, das dieses Namen auch verdient. Die Alternative wäre ein sozialpolitisches Entwicklungsland wie die USA, in dem jeder sich selbst der Nächste ist und es nur eine rudimentäre Absicherung für die Wechselfälle des Lebens gibt. Und das kann niemand wollen!

Ronny Zasowk
 

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