NPD-Landesverband Hessen

22.06.2022

Lesezeit: etwa 3 Minuten

Rekordinflation

Warum das Ende der Fahnenstange noch längst nicht erreicht ist

Viele Bürger zeigen sich empört, dass die Spritpreise trotz eines eilig auf den Weg gebrachten und dümmlich konzipierten Tankrabatts nicht sinken. Für immer mehr Verbraucher ist dank einer massiv gestiegenen Inflation am Ende des Geldes noch verdammt viel Monat übrig. Man schimpft wütend auf die „gierigen Unternehmen“, die Konzerne und Chefetagen, die sich angeblich die Taschen voll machen.

Doch die Ursache für die aktuelle Inflation ist politisch. Wütend sollte man auf sich selbst sein, denn viele der nun von den enormen Preisanstiegen direkt und zum Teil existenziell Betroffenen haben die Parteien, die die Inflation politisch herbeigeführt haben, selbst gewählt.

Die Parteien, die mit steuerfinanzierten „Bazookas“ und „Wumms“ die Lockdown-geplagte Wirtschaft retten wollten, mit Geld, das nie erwirtschaftet wurde. Die Parteien, die den längst von der Realität zum Tode verurteilten Euro seit mehr als einem Jahrzehnt künstlich am Leben erhalten, indem sie kaum vorstellbare Summen in die Märkte pumpen, die ebenfalls in der Realwirtschaft keine Entsprechung finden und faktisch nicht existieren. Die Parteien, die eine Branche nach der anderen aus ideologischen Gründen an die Wand fahren, im Irrglauben, dass sich schon schnell neue Nischen auftun werden, die als Rückgrat der deutschen Volkswirtschaft an die Stelle der alten Säulen unseres Wohlstands treten werden. Die Parteien, die mit einer kopflosen Energiewende dafür sorgen, dass Millionen Häuser und Wohnungen im Winter kalt bleiben werden, weil die Energieversorgung zur neuen sozialen Frage wird.

Man verfiel dem Irrglauben, dass sich die Wirtschaft nach Corona schnell wieder erholen würde. Schließlich hatte man in den Notenbanken doch einen Freund, der immer wieder die Druckerpresse anwarf, wenn ein Loch gestopft werden musste. Wie man in der Energiepolitik die Naturgesetze ausschalten zu können glaubte, ignorierte man in der Finanz-, Wirtschafts- und Währungspolitik einfachste mathematische Grundlagen.

Finanzmärkte, die nur mit neuem billigen Geld beruhigt werden können, sind wie Junkies, die nur mit immer neuen Drogen bei Laune gehalten werden können. Das geht irgendwann nicht mehr gut. Die nun vollzogene, aber viel zu späte Abkehr von der Niedrigzinspolitik lässt nicht einmal auf einen Lerneffekt bei der EZB schließen, hält sie sich doch erklärtermaßen die Hintertür zu weiteren Stützungsmaßnahmen für die noch immer heillos überschuldeten südeuropäischen Staaten offen.

Bereits in den letzten Jahren wurden die Rücklagen der Kleinsparer durch die Niedrigzinspolitik aufgefressen. Durch die Inflation von rund acht Prozent geht es nun ans Eingemachte. Die Kreditzinsen steigen bereits kräftig, die Guthabenzinsen verharren auf niedrigem Niveau. Wer nicht wie der Bund total verschuldet ist, ist am Ende der Dumme.

Dass das Ende der Fahnenstange noch längst nicht erreicht ist, zeigen die Erzeugerpreise. Die sind bereits in einigen Branchen um rund 40 Prozent gestiegen, irgendwann werden die Unternehmen die Preise an die Verbraucher weiterreichen müssen, um nicht selbst unter die Räder zu kommen.

Hätte man dem Euro-Schrecken bereits nach der Griechenland-Krise ein Ende gesetzt, hätte man den Schaden möglicherweise noch begrenzen und bis dahin aufgelaufene Schulden einfach als gut gemeinten Versuch abschreiben können.

Aber nun, rund ein Jahrzehnt und hunderte Milliarden Euro an Spielgeldsummen später, angesichts einer Vielzahl an zeitgleich zu bewältigenden Krisen – Corona-Nachwehen, Lieferengpässe, Inflation, erste Rezessionsanzeichen – droht das ganze Lügengebäude der Alternativlosigkeit von Globalisierung und einer notwendigen europäischen Gemeinschaftswährung in sich zusammenzubrechen.

Man darf die Risiken nicht kleinreden, man sollte aber vor allem auch die Chancen nicht übersehen, die sich daraus für die Nationalstaaten und Volkswirtschaften ergeben können. Bisher war noch jede große Inflation eine Katastrophe, die aber Chancen schuf, aus ihren Ursachen zu lernen und es künftig besser zu machen.

Dass die Abhängigkeit vom Weltmarkt und eine Vergemeinschaftung von Schulden durch ein Währungskorsett namens Euro nicht der Königsweg sind, sollte auch der Letzte begriffen haben.

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